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Miskolc: eine Woche vor der Verlängerung

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Zufällig habe ich erfahren, dass die offizielle Begehung der Verlängerung der Strassenbahnlinie 1 am 9. Januar 2012  stattfinden wird, und dass es am selben Tag auch Schulungsfahrten geben wird. Mit meinem guten Freund Intersziti bin ich dann nach Miskolc gefahren, um das zu sehen.

Bevor wir mit den Bilder fortsetzen, eine kleine Einführung: die Verlängerung der Linie 1 war nur ein Teil des von der EU bezuschussten Projektes: die Bestandstrecke wurde auch neugebaut, und damit ist der Erhalt der Strassenbahn für die Zukunft gesichert. Miskolc hat zur Zeit nur anderthalb Strassenbahnlinien*: die Linie 1 zwischen dem Hauptbahnhof (Theisser Bahnhof) und Diósgyõr, und die Linie 2, die etwa 2/3 des gleichen Weges fährt, und dann am Ende zu der jetzt fast völlig stillgelegten Eisenhüttenanlage (Vasgyár - "Eisenfabrik") einbiegt, im Form einer grossen eingleisigen Wendeschleife. Es mag vielleicht also aussehen, als ob die Strassenbahn eine kleine "Einlinienbetrieb" wäre, das ist aber nicht so: sie ist sozusagen die Wirbelsäule der Stadt, die die Ost-West-Achse fast völlig erschliesst (das grösste Teil der Stadt liegt in einem Tal, deshalb ist das möglich). Es ist kein Zufall, dass auf diese Linie 1 solche grosse Fahrzeuge (Tatra KT8D5) fahren, und dass in der HVZ alle 4-5 Minuten (plus die SGP-Sechsachser der Linie 2 alle 6-7 Minuten). Allerdings ist die Mobilität der Einwohner in den letzten Zeiten etwas zurückgegangen, weil sich die Wirtschaftslage in diesem Teil des Landes noch schlechter als anderswo gestaltet hat (das Anteil der Arbeitslosen ist z.B. 12%). Das Strassenbahnprojekt wird übrigens erst 2015 abgeschlossen sein, wenn die 31 vom Skoda bestellten Niederflurfahrzeuge (ein neuer Typ, 25T genannt) alle hier sein werden.

*Bis 1960 gab es eine Nord-Süd-Linie zwischen Búza tér und Hejõcsaba, die aufgegeben wurde, weil die eingleisige Strecke den Andrang nicht mehr bewältigen konnte (!), und zwischen 1951 und 1976 gab es auch die kurze Stichlinie 4 zwischen dem Stadion in Diósgyõr und Tatárdomb. Ausserdem gab es auch Verstärkerlinien zur "Eisenhüttenwerk Lenin": bis 1991 die Linie 3 zwischen Diósgyõr und Vasgyár, und bis 1989 die Linie 0 ("nulla"), die zwischen der Linie 1 und Vasgyár in der Schleife ihre Runden machte. Ausserdem gab es bis 1971 auf der meterspurigen Bergbaubahn Vasgyár - Lyukóbánya  Personenbeförderung, und auch die Schmalspurbahn nach Lillafüred/Garadna spielte eine aktivere Rolle, besonders als bis 1978 die Linie noch tiefer in die Stadt einfuhr.

Bölcs utca, die erste neue Haltestelle der Verlängerung, mit Tatra KT8D5 Nummer 215, der 1990 für Most (in der Tschechoslowakei) gebaut wurde, und erst 1997 nach Miskolc kam. Rechts: vor dieser Haltestelle fängt die völlig von der Strasse unabhängige Trasse.

Links: der selbe Wagen (der wegen der Schulungsfahrten die ganze Zeit unterwegs war) vor der nächsten Haltestelle, Alsó-Majláth/Köln utca. Wie es hier zu sehen ist, war die Umgebung noch nicht vollendet. Die nötigsten Baumassnahmen (Ausstattung der Haltestellen, Gehwege) wurden während der nächsten Tagen abgeschlossen, der Rest wird beim besseren Wetter fertiggestellt. Rechts: Streckentrenner auf der Oberleitung.

Links: das letzte Stück gerader Strecke vor der Endstation Felsõ-Majláth. Rechts: die Endstation der Buslinie 1A, nur etwa 30 Meter von den Schienen entfernt - diese Linie wird mit dem Ankuft der Strassenbahn überflüssig sein. Ab dem 1. März werden deshalb die folgenden Änderungen im ÖPNV-Netz eingeführt: die Buslinie 1A fährt vom Tiszai pu. statt nach Felsõ-Majláth nur bis zum Diósgyõri Gimnázium (die Buslinie 1 bleibt wie sie ist, zwischen Tiszai pu. und Majális park, zum grössten Teil immerhin parallel zur Bahn). Was aber ziemlich merkwürdig ist: an Wochenenden/Feiertagen fährt die Strassenbahnlinie 2 nicht mehr, es wird aber die Rundlinie 0 (Újgyõri fõtér - Vasgyár - Újgyõri fõtér - Vasgyár - Újgyõri fõtér... bis es einem schwindelig wird) in der Schleife zu Vasgyár (wieder) eingerichtet. Die Linie 1 wird an diesen Tagen dichter fahren, da die 2er eigentlich eine Verstärkerlinie auf dem meistbefahrten Teil der 1er ist.

Links: die gleiche Busendstation wie auf dem vorigen Bild, nur dieses Mal aus einem anderem Blickwinkel. So sieht das doch viel stadtischer aus, nicht? :) Rechts: dieser Ikarus 260 wurde von Schüler bemalt, und sah so seltsam aus, dass ich ihn fotografieren musste.

Die recht grosse Wendeschleife war - samt Weichen und Signale - völlig funktionsfähig, die Umgebung aber nicht - für die Fahrgäste wurden deshalb eine Woche später provisorische Bahnsteige fürs Ein- und Aussteigen eingerichtet. In die Mitte der Schleife soll übrigens eine Endstation für Busse kommen.

Das Teil der Schleife, das parallel zu der Schmalspurbahn nach Lillafüred/Garadna verläuft, hat zwei Gleise.

Eigentlich gehörte dieses Grundstück der Forstwirtschaft, der auch die Schmalspurbahn gehört. Für die Einrichtung der Wendeschleife wurde ein Teil des Bahndepot abgetragen. Das alte Haus in der Mitte, das ebenso zur Forstkunde gehörte, wurde zum Glück erhalten, hoffentlich wird man es bald erneuern. Übrigens, ganz links kann man das Stationsgebäude erkennen, und in der Mitte hinten auch einige abgestellte Waggons.

Noch zwei Bilder der Schleife...

... und schon sind wir auf dem Weg zurück zur alten Endstation.

Zwischen Diósgyõr városközpont und Bölcs utca gab es eine Einschnürung, weswegen viel Leute die Verlängerung für unmachbar hielten. Dann wurde aber eine Reihe von Häuser abgetragen, deshalb teilen sich Bahn und IV nur für etwa hundert Meter den Weg (und nur das stadteinwärtige Gleis).

Auch beim Diósgyõr városközpont (Diósgyõr Zentrum), der alten Endstation kann man das Wahrzeichen dieser Gegend sehen: Dorf auf der eine Seite (links - ein Paar hundert meter danach gibt es auch die Ruinen der alten königlichen Burg) und Plattenbausiedlung auf der anderen. Das Gebäude der Endstation musste abgetragen werden, weil es wortwörtlich im Weg der Verlängerung stand.

Hier ist ein Panorama der alten Endstation (noch früher gab es hier eine Blockumfahrschleife).

Kurzvideo von der neuen Strecke (Innen- und Aussenaufnahmen).

Links: der 215 geht auf noch eine Runde. Rechts: die Fahrerkabine des KT8D5 (der Wagen hat zwar einen Chopper, wird aber mit Pedal und Fuss gesteuert, wie die klassischen Tatras).

Sehen wir uns ein bisschen auch die Bestandstrecke an: hier wurde bei der Erneuerung eine asphaltierte Trasse gebaut - früher gab es Schwellengleise auf Schotter.

Beim Diósgyõri Gimnázium wurde ein stumpfes Wendegleis zwischen den Liniengleise eingebaut, hier soll einmal eine Verstärkerlinie 1A wenden.

Die ex-Wiener E1 können auch weiterhin nur auf der Linie 2 verkehren, weil es auf der selbstständigen Strecke der 1 einige Mittelbahnsteige gibt (Sonderfahrten könnte man aber leicht machen, wegen der Wendeschleife in Felsõ-Majláth hätte man auf dem Rückweg nicht mehr rückwärts fahren müssen:). Diese Wagen werden beim ankommen der Skoda 25T  verschwinden - was mit den KT8D5 passieren wird, ist mir aber noch unbekannt.

Und hier ist eine weitere Video, wo neben der Verlängerung auch andere Orte gezeigt werden. Leider war unser Aufenthalt in Miskolc ziemlich kurz, wirklich viel haben wir nicht gesehen, denn wir mussten weiter nach Debrecen. Aber das wird das Thema eines anderen Berichtes werden.

Ich möchte mich für die Hilfe der MVK Zrt. bedanken, vor allem bei Ágnes Csontos und dr. Attila Bíró!


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